
Die Stadtratssitzung stand ganz im Zeichen des Vorhabens, zwei neue Kitas zu bauen, um damit zukünftig benötigte Betreuungsplätze für die Haarer Kinder zu schaffen. Erneut sind wir auf diesem Weg ein Stück vorangekommen.
Im Bericht des Bürgermeisters standen diesmal eingangs sechs Themen, die viele Haarer Bürger betreffen.
1. Einrichtung einer Großtagespflege
Eine gute Nachricht zum Thema Kinderbetreuung: Wie bekannt, sucht die Abteilung Bildung, Familie und Inklusion seit längerem nach geeigneten Räumlichkeiten für die Einrichtung einer weiteren Großtagespflege, bei der zwei Tagesmütter insgesamt bis zu zehn Kinder im Kindergartenalter betreuen können. Der freie Träger Bamaki aus Anzing könnte ab 1. Juni 2025 im Rückgebäude der Leibstraße 24 ein Angebot speziell für diese Altersgruppe anbieten. Aktuell laufen die ersten Gespräche: Das Bauamt klärt die baurechtliche Umnutzung und die Abteilung Bautechnik bereitet die notwendigen kleinen Veränderungen vor. Sofern alles nach Plan läuft, werden wir die Beschlussvorlage über sowohl einen Nutzungs- als auch einen Kooperationsvertrag auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung vom 29. April setzen. Bamaki würde damit das vorhandene Angebot der Nachbarschaftshilfe, die Kinder bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres betreut, ergänzen. Die Nachfrage seitens der Eltern dafür ist definitiv vorhanden.
2. Jugendfreizeitheim Circular Dino
Die nächste Phase beim Projekt „Circular Dino – ein Jugendfreizeitheim in zirkulärer Bauweise“ (weitere Artikel zu diesem Thema lesen Sie hier) wird eingeleitet. Die Baugenehmigung ist in Aussicht und so starten wir in den kommenden Wochen in den nächsten Abschnitt und wollen die Ausführungsplanung beginnen. Gleichermaßen für die Jugend, als auch für uns als angehende Circular City ist dies ein wichtiges Projekt, unterstreicht es doch unsere Anstrengungen im Bereich Circular Economy und bringt uns wieder einen Schritt voran.
3. Circular Summit 2025
Wir bleiben im Bereich des zirkulären Wirtschaftens. In Kürze versenden wir die Einladungen zu unserem Circular Summit 2025, der am 17.07.2025 im Bürgersaal in Haar stattfinden wird. Bereits seit geraumer Zeit beschäftigen wir uns in Haar mit dem Thema „Circular Economy“ und haben dazu bereits einige große und kleine Projekte umgesetzt, Veranstaltungen zum Thema organisiert und den ein oder anderen Impuls gesetzt. In diesem Jahr wollen wir vor allem die Wirtschaft in den Fokus rücken und veranstalten zu diesem Zweck einen eintägigen Kongress zu diesem Thema. Wir erwarten als Gäste vor allem Entscheider aus mittleren und großen Unternehmen aus der Metropolregion München. Das Ziel unseres „Circular Summits“ ist, ein möglichst breites Spektrum der Circular Economy praxisnah und branchenübergreifend abzubilden, um Unternehmen Einblicke und umsetzbare Ansätze zu zirkulären Geschäftsmodellen zu bieten.
4. Hintergründe des Ausfalls der Wasserversorgung am 09.02.2025
Am Sonntag, 9. Februar, kam es bekanntermaßen zu einem Ausfall der Wasserversorgung im gesamten Gebiet der Stadt Haar. Nun liegt der ausführliche Bericht zur Ursache vor. Diese lag in einer technischen Störung an den Trinkwasserbehältern im Wasserwerk. Das Wasserwerk hat zwei Behälter als Zwischenspeicher für das Trinkwasser. An besagtem Tag wurde der erste Behälter vom Netz getrennt, da er für eine Reinigung am Montag, 10.02.2025 vorgesehen war. Behälter 2 lief gegen 18 Uhr leer und durch eine Panne bei der automatischen Störungsmelde-Anlage löste diese nicht aus.
In Folge dessen erhielt die Druckerhöhungsanlage kein Wasser mehr und der Druck im Netz fiel soweit ab, dass kein Wasser mehr zu den Haushalten gelangte. Dieser Druckabfall löste dann allerdings eine Störungsmeldung aus, die den Bereitschaftsdienst der Stadtwerke aktivierte. Dieser konnte bereits um 19 Uhr die Versorgung wiederherstellen. Die komplette Behebung der Störung und das Zurückführen auf den Normalbetrieb erfolgte dann am Montag, 10. Februar, um 14.30 Uhr. Der Fehler wurde gefunden und zur künftigen Absicherung bei beiden Behältern ein zusätzlicher Störungsmelder hinterlegt. Kein Schaden ohne Nutzen: Durch die Panne wurde nun klar, dass die Wasserversorgung der Stadt Haar auch über den Notverbund klappt. So wurden über die Notversorgungsanlage mit den Stadtwerken München 960 Kubikmeter zur Versorgung des Gebiets südlich der B304 eingespeist. Über die Notversorgungsschächte des kbo Isar-Amper-Klinikums wurden rund 1.700 Kubikmeter für das Versorgungsgebiet nördlich der B304 und die umliegenden Ortsteile (Ottendichl, Salmdorf, Gronsdorf sowie Gronsdorf-Kolonie) eingespeist.
Doch damit noch nicht genug Aufregung für unsere Kollegen von den Stadtwerken: Am gleichen Tag kam es in der Böhmerwaldstraße um etwa 17.00 Uhr zu einem Wasserrohrbruch. Diese Störung stand jedoch trotz einer anderslautenden Meldung nicht im Zusammenhang mit dem Ausfall der Wasserversorgung. Auch hier rückte die Bereitschaft sofort aus und der Schaden, der durch einen undichten Klemmverbinder entstanden war, konnte am Montag endgültig behoben werden. Danke an das Stadtwerke-Team für den schnellen und reibungslosen Einsatz!
5. Neue Postfiliale im „Global Corner Kiosk“
Gute Nachrichten von der Deutschen Post AG: Ab dem 6. Mai wird Haar neben der Filiale in der Leibstraße 63 (Edeka) wieder eine zweite Postfiliale haben: Am 9. März teilte uns die Post mit, dass an diesem Tag die neue Filiale im „Global Corner Kiosk“ eröffnet wird. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 12.00 bis 20.00 Uhr. Wie berichtet, wird die Post die Filiale in der Leibstraße leider im kommenden Jahr schließen.
6. Überlaufender Gulli an der Wasserburger Straße/B304
Wie im Rahmen einiger Gemeinderatssitzungen im vergangenen Jahr berichtet, kam es nach Starkregen an der Ecke Wasserburger Straße/B304 – Ludwig-van-Beethovenstraße immer wieder zu Überflutungen, da der abführende Gulli regelmäßig mit den Wassermassen nicht fertig wurde. Nachdem sich das Staatliche Bauamt Freising aus Kapazitätsgründen längere Zeit nicht darum kümmern konnte, hat die Abteilung Bautechnik in Absprache und im Auftrag des Staatlichen Bauamts die Beseitigung beauftragt und koordiniert. Der Gulli ist nun mit einem Saugbagger gereinigt worden – das Dauerproblem sollte sich damit erledigt haben.
Raumprogramme für Kitas erhalten grünes Licht vom Stadtrat
Danach folgten Entscheidungen zu den in der Rechnerstraße und am Wieselweg geplanten neuen Kindertageseinrichtungen. Wie mehrfach berichtet, wollen wir dort an den derzeit provisorischen Standorten des AWO Kindergartens Pusteblume beziehungsweise der Städtischen Krippe am Wieselweg die bestehenden Containeranlagen abbauen und Einrichtungen mit mehr Betreuungsplätzen in hochwertiger Holzhybridbauweise errichten. In Anbetracht des steigenden Platzbedarfs muss und soll es damit schnell gehen. So ist geplant, dass die dann größere Einrichtung am Wieselweg bereits im September 2026 ihren Betrieb aufnimmt. Als Träger werden, wie der Stadtrat einstimmig nach erfolgter Vorberatung im Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss empfohlen hatte, weiterhin die AWO Kreisverband München-Land (Rechnerstraße) und die Stadt Haar (Wieselweg) die Einrichtungen betreiben. Die frühzeitige Festlegung durch den Stadtrat ermöglicht es uns, die AWO als zukünftigen Träger umfassend in den Planungsprozess einzubinden. Dieser Planungsprozess kam in dieser Sitzung ebenfalls wieder ein Stück voran, denn für beide neuen Einrichtungen beschloss der Stadtrat die jeweiligen Raumbedarfsprogramme.
Zuerst zur Rechnerstraße: Die Stadt Haar wird dort in eine Kindertagesstätte für zwei Kinderkrippen und drei Kindergartengruppen investieren. Es ist vorgesehen, diese Einrichtung durch einen Totalunternehmer zu errichten. Das bedeutet, dass alle Planungsleistungen für das Gebäude und die Errichtung des Gebäudes von einer Firma erbracht werden. Dieses Vorgehen spart einiges an Kosten gegenüber einer konventionellen Verfahrensweise. Auf dem vorhandenen Grundstück soll ein zweigeschossiger Bau entstehen. Diese Bauform ist an diesem Standort am Besten geeignet, die Flächen optimal aufzuteilen, zu nutzen und so große Außenspielflächen wie möglich zu schaffen. Für das Ausschreibungsverfahren muss die Stadt Haar ein Raumbedarfsprogramm zur Verfügung stellen. Dieses hatten unsere Abteilungen Bildung, Familie und Inklusion und die Abteilung Bautechnik in grafischer und tabellarischer Form vorbereitet und dem Landratsamt München zur Freigabe vorgelegt. Das Landratsamt war einverstanden. Der Stadtrat gab es in dieser Sitzung nun ebenfalls frei – mit einem einstimmigen Beschluss.
Am Wieselweg wird die Stadt Haar eine Kindertagesstätte für zwei Kinderkrippen- und vier Kindergartengruppen errichten – auch hier durch einen Totalunternehmer und in Holzhybridbauweise. Auf dem vorhandenen Grundstück am Wieselweg ist vorgesehen, einen eingeschossigen Baukörper in L-Form zu errichten. Diese Bauweise passt sich am Wieselweg am besten an die gegenüberliegende eingeschossige Wohnbebauung im Hubertusweg und dem erdgeschossigen Jugendfreizeitheim an. Zudem ist sie bestens für die dort betreuten Kinder und die Arbeit der pädagogischen Kräfte geeignet. Auch dieses Raumbedarfsprogramm haben wir dem Landratsamt München vorgelegt und dafür die Freigabe erhalten. Im Gegensatz zur kurzen Diskussion um den Plan für die Rechnerstraße folgte hier ein längerer Austausch über Ein- oder Zweigeschossigkeit, Luftbilder, Sichtachsen und Sichtbeziehungen in städtebaulicher Hinsicht.
„Ein Jahr an Zeit zu verlieren, ist für mich keine stimmige Lösung“
Meine Meinung zu diesem Thema: In früheren Jahren war es in Haar üblich konventionell zu bauen, in der Regel in herkömmlicher Bauweise, z.B. in Stahlbeton mit Klinkerfassade. Das ist durchaus kostspielig und hat einen lange Vorlauf. In der heutigen Zeit müssen wir allerdings auf unsere Finanzen schauen und wollen auch andere Aspekte ins Auge fassen. Stahlbeton ist zwar langlebig, aber teuer und umweltschädlich, allein durch seine hohe CO2 Bilanz. Gebäude in Holzbauweise sind günstig, umweltfreundlich, flexibel und haben eine angenehme Optik. Zudem haben wir am Wieselweg einen guten Platz für eine entsprechende Kita gefunden und können eine eingeschossige Lösung in guter Qualität mit einem stemmbaren finanziellen Aufwand in sehr kurzer Zeit realisieren. Ein Jahr an Zeit zu verlieren oder für einen zweigeschossigen Bau eine Million Euro oder mehr an zusätzlichen Kosten in Kauf zu nehmen, wie es die SPD fordert, ist für mich keine stimmige Lösung. Wir bauen am Wieselweg dank der Holzhybridweise zudem flexibel, denn das Bauwerk ist durchaus mit überschaubarem Aufwand rückbaubar und wiederverwendbar, z.B. an einem anderen Standort. Daran denke ich jetzt aber noch nicht, jetzt geht es um passende Plätze für die Haarer Kinder und deren Eltern.
Der Stadtrat beschloss das Raumbedarfsprogramm für die Kita Wieselweg schließlich mehrheitlich, was mich sehr erleichtert hat. Nun geht der Weg weiter – am nächsten Tag begann bereits die weitere Vorbereitung der Ausschreibung.
Erhöhung der Kitagebühren: moderate Lösung in Sicht
Zwei weitere Tagesordnungspunkte hatten ebenfalls die Kinderbetreuung zum Thema. Unter dem etwas sperrig klingenden Titel „Satzung zur Änderung der Satzung für die Erhebung von Gebühren für die Kindertageseinrichtungen (KiTaGS) der Stadt Haar“ berieten die Stadträtinnen und Stadträte einen Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren entweder um fünf oder um sieben Prozent zum 1. September 2025 zu erhöhen. Warum schlägt die Verwaltung dies vor? Gerade weil wir in Haar ein ebenso vielfältiges wie hochwertiges und umfangreiches Betreuungsangebot haben, muss dieses auch in Zukunft finanzierbar bleiben. Steigende Personalkosten, Energiekosten und weitere Kosten belasten dabei den Haushalt der Stadt Haar. Koppeln wir uns jetzt von diesen jährlichen Steigerungen ab, könnte am Ende in einigen Jahren eine sprunghafte Erhöhung nötig werden. Deswegen wurde eine moderate Erhöhung um 5% seitens der Verwaltung vorgeschlagen. Nachdem der Stadtrat das Thema diesmal nur vorberaten hat und in seiner Sitzung am 29. April darüber abstimmen wird, werde ich dann in meinem Bericht von dieser Sitzung ausführlicher auf die Hintergründe eingehen. Genauso wie auf die Änderungen in der Benutzungssatzung der Kindertageseinrichtungen, die der Stadtrat am 25. Februar ebenfalls vorberiet.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ antwortete Andreas Nemetz, Leiter des Amts für Umwelt und Kreislaufwirtschaft, schließlich am Ende des öffentlichen Teils der Sitzung auf die Anfrage von Stadtrat Dr. Ulrich Leiner zum Thema Eschentriebsterben (siehe Bericht zur Stadtrats-Sitzung vom 25.02.2025). Andreas Nemetz führte aus, dass das Eschentriebsterben Bäume schwächt und diese dann anfälliger beispielsweise für den Hallimasch-Pilz sind. Dieser Pilz zersetzt die Wurzelanläufe, der Baum wird instabil und muss in den meisten Fällen gefällt werden. Herr Leiner hatte an die Stadtverwaltung sieben Fragen gerichtet.
Spielplätze und Kindergärten mit Priorität kontrolliert
Frage 1, 2 und 3: Wie viele Eschen wurden in Haar untersucht? Wie viele davon sind erkrankt? Wie viele müssen gefällt werden, bzw. sind schon gefällt worden?
Antwort: Bislang nicht alle. Es wurden bislang 68 Eschen kontrolliert, 46 zeigten Befall und mussten gefällt werden. Diese Fällungen sind bereits erfolgt, Holz konnte in einigen Fällen noch für die Werkstatt des Bauhofs verwendet werden. Eschen an Kindergärten und Spielplätzen wurden zuerst kontrolliert.
Frage 4: Wie viele davon stehen/standen im Bannwald?
Antwort: Dies wird nicht in besonderem Maße erfasst. Erfasst wurden bislang alle Bäume, die nicht in einem Wald stehen. Dies sind 476, 268 fallen mit ihrem Stammumfang unter die Baumschutzverordnung. Elf Eschen haben sogar einen Stammumfang von mehr als zwei Meter.
Frage 5: Welche Ersatzpflanzungen werden vorgenommen?
Antwort: Über Ersatzpflanzungen und wo diese Sinn ergeben, wird zum Ende des Jahres entschieden.
Frage 6: Gibt es neben den Eschen noch andere Bäume, die auf Schäden oder Krankheiten hin untersucht wurden und eventuell gefällt werden müssen?
Antwort: Alle Bäume werden im regulären Turnus kontrolliert. Aktuell gibt es keine Krankheit, die zu Massenfällungen führen würde.
Frage 7: Was bedeuten die blau/rot-Markierungen an Eichen im TSV-Gelände?
Antwort: Hier handelt es sich um Fälle von fremden Machenschaften, denen aktuell nachgegangen wird.
Und so geht es weiter im Sitzungskalender: Am 10. April tagt der Bauausschuss und nach den Osterferien folgt am 29. April die Sitzung des Stadtrats. Wie immer an einem Dienstag, um 19 Uhr, im Sitzungssaal. Ich würde mich freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen!