29 neue Wohnungen an der Johann-Strauß-Straße Kurze Infos aus der Sitzung des Stadtrats vom 27.01.2026

Image by Alina Kuptsova from Pixabay.

Im Mittelpunkt der Januarsitzung standen drei Anträge aus der Bürgerversammlung 2025 und das große Wohnungsbauvorhaben der Stadt Haar. Es kann losgehen!

Die Sitzung begann mit einer Schweigeminute im Gedenken an den am 22. Dezember verstorbenen Träger der Goldenen Ehrennadel der Stadt Haar, Georg Feifel (hier lesen Sie den Nachruf) und Hans Wehrberger, Altbürgermeister der Stadt Haar (hier lesen Sie den Nachruf).

Alle Räte stimmen für den Wohnungsbau

Im ersten Tagesordnungspunkt machten die Stadträte den Weg frei für den Bau von 29 Wohnungen auf dem städtischen Grundstück an der Johann-Strauß-Straße. Nachdem das Vorhaben in der Vorberatung im Bauausschuss (siehe auch: Knappe Mehrheit für Wohnungsbau an der Johann-Strauß-Straße) durchaus kontrovers und mit knapper Mehrheit gegen die Stimmen der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen dem Stadtrat zur Zustimmung empfohlen wurde, was das Bild im Stadtrat jetzt eindeutig: Einstimmig stimmte der Rat den vorliegenden Planungen zu, erteilte das baurechtliche Einvernehmen und stimmte dem Bau-Turbo nach §246e BauGB zu. Als nächstes wird der Rat nun das Finanzierungskonzept beraten und entscheiden, ob die Stadt Haar der Baugesellschaft München-Land als Generalunternehmer oder die BML im Erbpachtmodell die Wohnungen errichten wird. Sicher ist bei beiden Varianten, dass die Stadt Haar das Belegungsrecht für die Wohnungen erhält und der Mietpreis reduziert sein wird. Der folgende Tagesordnungspunkt – Quartierstromkonzept Schulzentrum Jagdfeld; Überarbeitung aufgrund von BGH-Rechtsprechung – wurde auf die Februar-Sitzung des Stadtrats vertagt.

Diskussion über drei Bürgeranträge

Danach behandelte der Stadtrat drei Anträge, die eine Mehrheit der Anwesenden bei der Bürgerversammlung 2025 zur anschließenden Behandlung im Stadtrat beschlossen hatten.

Antrag 1 – Errichtung eines Tanzschulangebots: Die Stadt Haar soll konkrete Schritte unternehmen, um ein breites, inklusives und qualitativ hochwertiges Tanz-, Bewegungs- und Kulturangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersstufen am Ort wiederherzustellen. Die Stadträtinnen und Stadträte zeigten in der Diskussion großes Wohlwollen für die Idee – letztlich wurde aber der Antrag einstimmig abgelehnt, da die Errichtung einer Tanzschule nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt Haar liegen.

Antrag 2 – Hier ging es um die zukünftigen Ausgleichsflächen nach der Ausweisung des geplanten Gewerbegebiets an der Finckwiese. Der Antragsteller forderte, die Ausgleichsflächen möglichst großzügig auszulegen, auf der südlichen Fläche anzusiedeln und so ein Naherholungs- und Natur(nah)gebiet für die Zukunft zu sichern. Einstimmig nahm der Stadtrat den Antrag aus der Bürgerversammlung zur Kenntnis und verwies ihn zur weiteren Behandlung in das Bebauungsplanverfahren. Der Rat folgt hier den Vorgaben des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan Nr. 213: Kompensationsmaßnahmen werden nach Abschluss der Rahmenplanung im laufenden Bebauungsplanungsverfahren bearbeitet.

Antrag Nummer drei beschäftigte sich indirekt erneut mit dem geplanten Gewerbegebiet und schlug die Schaffung eines Stadtwaldes vor: Die Stadt Haar solle die Möglichkeit für einen Stadtwald der Bürger nach dem Vorbild der Stadt Würzburg ernsthaft prüfen als Ausgleich für die umfassende Versiegelung der Fläche und der vom Antragsteller vermuteten gewerblichen Lasten für alle Bürger. Erneut einstimmig vertagte der Rat das Thema auf die Sitzung des Stadtrats im Februar und äußerte zugleich den Wunsch, gemeinsam mit dem Antragsteller über den bestmöglichen Standort des Stadtwalds nachzudenken. Ich bot in diesem Zusammenhang an, Gespräche mit dem Bezirk Oberbayern zu führen. Der Bezirk besitzt große Flächen in Haar – nicht zuletzt die Gutswiese in Eglfing. Denn ein Stadtwald muss, so wie auch in Würzburg, auf einer Fläche wachsen, auf die die Stadt Haar auch Zugriff hat.

Die Themen aus dem Bericht des Bürgermeisters

Der vom Stadtrat am 25.11.2025 beschlossene Haushaltsplan wurde am 19.01.2026 von der Rechtsaufsicht genehmigt. Damit sind die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen gegeben und die Budgets stehen zur Verfügung. An dieser Stelle sprach ich den Mitarbeitern der Verwaltung der Stadt Haar und hier vor allem unserer Kämmerin, Frau Petra Nöthel, meinen Dank für die engagierte Zusammenarbeit im Rahmen der Haushaltsaufstellung aus.

Das Umweltamt hat am 7. Januar an die Regierung von Oberbayern einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung gemäß § 45 Abs. 7 Bundesnaturschutzgesetz für das Photovoltaik-Freiflächenprojekt der Stadt Haar gestellt und den Nutzungsvertrag für die vorgesehene Fläche, auf der die FCS-Maßnahme zum Schutz von Arten und deren Lebensräumen umgesetzt werden soll, übersandt. Nachdem das Bauleitverfahren derzeit noch nicht abgeschlossen ist, hat die Regierung per Mitteilung am 8. Januar zunächst die Inaussichtstellung der Ausnahme angekündigt. Die Ausnahme wird dann formell nach dem Ende des Bauleitplanverfahrens, aber noch vor dem Baubeginn genehmigt.

Alles läuft nach Plan beim Bau der Behelfsbrücke über die A99

Stadtrat Leiner hatte im Dezember die Verwaltung gebeten, eine Frage zu den für den Bau der Behelfsbrücke über die A99 gerodeten Flächen mit der Autobahn GmbH zu klären. Dies ist erfolgt: Die Flächen werden nach Beendigung der Baumaßnahme wieder mit geeigneten und zukunftsfähigen Baumarten in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden aufgeforstet. Zusätzlich wird auch ein naturschutzfachlicher Ausgleich erfolgen. Dazu ist die Abteilung Landschaftspflege der Autobahn GmbH gerade dabei, im näheren Umfeld auf geeignete Fläche geeignete Ausgleichsmaßnahmen zu konzipieren. Falls die im näheren Umfeld zur Verfügung stehenden Flächen nicht vollständig ausreichen, wird der zusätzliche Ausgleich im gleichen Naturraum auf einer Ökokontofläche in den Willinger Filzen bei Bad Aibling erfolgen.

Zudem hat die Verwaltung nach dem aktuellen Stand der Dinge auf der Baustelle gefragt und folgende Antwort erhalten: „Die Baumaßnahme kommt planmäßig voran. Die Rodungsarbeiten sind abgeschlossen. Derzeit finden die Spartenverlegungsarbeiten statt. Anfang Februar beginnt die Baufirma Mayerhofer mit den Erdarbeiten für die Behelfsbrücke mit Behelfsumfahrung. Voraussichtlich Mitte März beginnen die Rammarbeiten für die Spundwände, die als Auflager für die Behelfsbrücke dienen. Ab Mitte April erfolgt der Einhub der Behelfsbrücke. Bis spätestens Anfang Juli werden die Arbeiten für die Behelfsbrücke einschließlich der Straßenarbeiten auf der Behelfsumfahrung abgeschlossen, so dass anschließend der Verkehr auf die Behelfsbrücke umgelegt werden kann.“

Nachdem die Sanierung des Dachs des Jugendzentrums Route 66 an der Vockestraße nun bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen ist, kam die Frage auf, warum die bisher installierte Solaranlage nicht mehr aufs Dach kommt. Diese ist nicht mehr brauchbar und brachte zuletzt nur noch rund 25 Prozent der ursprünglichen Leistung. Das neue Dach wurde aber für eine neue Solarthermie-Anlage vorbereitet. Diese wird in diesem Haushaltsjahr geplant und für die Vorberatungen zum Haushalt 2027 der Stadt Haar vorgemerkt.


Und so geht es weiter im Sitzungskalender: Nachdem die für 10. Februar terminierte Sitzung des Haupt-, Umwelt- und Werkausschusses mangels Tagesordnungspunkten entfällt. kommen die Rätinnen und Räte wieder am 24. Februar zur Stadtratssitzung zusammen. Beginn ist wieder immer um 19 Uhr im Sitzungsssal des Rathauses. Schauen Sie gern vorbei, Kommunalpolitik ist spannend!