Abstellgleis am S-Bahnhof Haar wird verlängert Kurze Infos aus dem Ferienausschuss vom 19.08.2026

C: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Auf der Tagesordnung des Ferienausschusses standen Bauanträge für Vorhaben im Jugendstilpark, in Gronsdorf und am S-Bahnhof Haar – dort wird die Bahn das bestehende Abstellgleis verlängern und fit für die Zukunft machen.

 

 

 

Stichwort Ferienausschuss: Der Ferienausschuss des Stadtrats gewährleistet, dass auch während der Sommerpause bei Themen aus der Verwaltung oder der Politik Entscheidungen getroffen werden können. Er dient vor allem zur Behandlung von terminlich dringenden oder aus anderen Gründen unaufschiebbaren Angelegenheiten. Die Besetzung des Ferienausschusses ist gemäß der Geschäftsordnung (nachzulesen hier: Geschäftsordnung | Stadt Haar) reduziert. Entsprechend dem Ergebnis der Kommunalwahl 2026 ist die CSU-Fraktion im Ferienausschuss mit vier Mitgliedern, die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit zwei Mitgliedern sowie die Fraktionen der SPD, UBH und AfD mit je einem Mitglied vertreten. Den Vorsitz des Ausschusses hat auch hier der Erste Bürgermeister.

Drei Entscheidungen im Jugendstilpark

Auf dem Grundstück Apfelwiese 18 reichte der Bauherr einen Tekturantrag zum Bauantrag für die Sanierung und Umnutzung des denkmalgeschützten Gebäudes ein. Ergänzt werden sieben Doppel-Dachflächenfenster auf der zweiten Ebene, um dort mehr Licht zu haben. Der Ferienausschuss erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen unter der Voraussetzung, dass die Denkmalschutzbehörde zustimmt.

Der Bauherr des Neubaus von fünf Mehrfamilienhäusern an der Alten Gärtnerei (Hausnummern 1, 3, 5, 13 und 15) will die Grundrisse der geplanten 80 Wohnungen verändern und nun gesamt auf dem Gelände 82 Wohnungen schaffen. Konkret wird der Wohnungsmix dort nun so aussehen:

3x 1-Zimmer-Wohnungen 24,9 m²
35x 2-Zimmer-Wohnung 42,5 m² bis 64,2 m² (+3 gegenüber der ursprünglichen Planung)
21x 3-Zimmer-Wohnung 75,6 m² bis 142,1 m² (-1)
17x 4-Zimmer-Wohnung 72,8 m² bis 135,5 m² (-3)
4x 5-Zimmer-Wohnung 94,7 m² bis 152,4 m² (+2)
2x 6-Zimmer-Wohnung 128,8 m² bis 134,2 m² (+1)

Der Ferienausschuss erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.

Der Bezirk Oberbayern hat einen Antrag auf die Verlängerung der isolierten Befreiung zum Aufstellen einer mobilen Toilettenbox auf dem Grundstück an der Kirche Maria Sieben Schmerzen gestellt. Der ursprüngliche Antrag wurde in der Sitzung des Bauausschusses am 17.09.2024 behandelt und dem Erlass einer isolierten Befreiung zum Aufstellen einer Toilettenbox befristet auf zwei Jahre zugestimmt (nachzulesen hier unter Top10: Sitzung – Rats- und Bürgerinfosystem). Jetzt stimmte der Ferienausschuss einstimmig der Verlängerung der Befreiung um ein Jahr zu – mit dem Ziel, dass bis dahin endlich in den Räumen der Kirche feste Toiletten für die eritreisch-orthodoxe Kirchengemeinschaft gebaut werden. Mobile Toilettenboxen sind im denkmalgeschützten Ensembles Jugendstilpark keine dauerhafte Lösung – hier war und ist sich der Rat einig.

Grünes Licht für vier Bauanträge in Gronsdorf

Im Anschluss erteilte der Ferienausschuss vier Bauanträgen für Bauvorhaben an der Wendelsteinstraße 14/Brünnsteinstraße in Gronsdorf einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Drei dieser Bauanträge (ein Doppelhaus mit zwei Stellplätzen, ein Doppelhaus mit einem Stellplatz und ein Zweifamilienhaus mit einer Doppelgarage und zwei Stellplätzen) waren bereits ein Thema in der Sitzung des Bauausschusses vom 14.072026. Die Tagesordnungspunkte waren damals aber abgesetzt worden, nachdem die Bauwerber kurzfristig noch Änderungen an den Anträgen vornehmen wollten. Diese drei und der damals noch nicht vorliegende vierte Bauantrag für ein Einfamilienhaus mit einem Stellplatz auf dem gleichen Grundstück waren nun Gegenstand der Abstimmung.

Für das Gebäude an der Hans-Pinsel-Straße 1 („Küchen Dreier“) hat der Eigentümer Nutzungsänderungen beantragt: Geplant ist aktuell im Erdgeschoss eine Umzugsfirma unterzubringen. Im ersten Obergeschoss soll das sich bereits im zweiten Obergeschoss befindliche Fitnessstudio erweitert und auf weiteren Teilflächen ein Billardcenter und eine Praxis für Physiotherapie einziehen. Der Ferienausschuss stimmte dem einstimmig zu, schloss aber ausdrücklich das Einvernehmen für eine Nutzung als Wohnraum aus.

Zustimmung für das Bauvorhaben der Deutschen Bahn

Der letzte Tagesordnungspunkt behandelte ein Bauvorhaben der DB InfraGO AG, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Dieses will im Rahmen der ab 2028 geplanten Korridorsanierung zwischen Rosenheim und München (mehr Infos zu hier: Strecke München – Rosenheim – Korridorsanierung Bayern) am Haarer S-Bahnhof zugleich das bestehende Abstell- und Wendegleis 115 um 70 Meter verlängern und aufrüsten. Die Stadt Haar wurde nun als Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben gehört.

Die Verlängerung des Wendegleises ist für den Öffentlichen Nahverkehr sehr wichtig, da sie die Voraussetzung für das Aufrechterhalten des 10-Minuten-Taktes ist. Ab 2028 kommen neue S-Bahn-Züge zum Einsatz, die nicht mehr gekürzt werden können. Sie entsprechen der Länge von drei Zugteilen der aktuellen S-Bahn-Fahrzeuggeneration. Aktuell können aber mangels Länge am Wendegleis nur zweiteilige Zuggarnituren wenden.

Die DB InfraGO AG beschreibt das Projekt unter anderem wie folgt:

„Gegenstand dieses Antrags ist die Verlängerung des Wendegleises 115 im Bahnhof Haar von derzeit 140 m auf eine Nutzlänge von 210 m. Die Maßnahme umfasst die Verlängerung des Gleises sowie des Kabelkanals. Darüber hinaus werden die vorhandenen Aus- und Einstiegshilfen erneuert und zusätzliche Aus- und Einstiegshilfen errichtet. Im Hinblick auf die technische Ausrüstung sind Anpassungen der Standorte einzelner Oberleitungsmasten erforderlich. Mit der Verlängerung des Wendegleises wird es künftig auch Langzügen möglich sein, im Bahnhof Haar zu wenden. Zudem soll eine regelkonforme Zuwegung zum Gleis 115 geschaffen werden, sodass dort künftig auch Züge abgestellt werden können. Das Wende- und Abstellgleis 115 erhält hierzu einen einseitigen Rangierweg. Im Falle einer Nichtrealisierung können aufgrund der vorhandenen Nutzlänge von lediglich 140 m weiterhin nur Kurz- und Vollzüge wenden. Dadurch wäre die betriebliche Flexibilität eingeschränkt und der pünktliche Bahnbetrieb gefährdet. Darüber hinaus könnten bei Schienenersatzverkehr (SEV) oder Busnotverkehr (BNV) in diesem Streckenabschnitt die betrieblichen Einschränkungen nicht für alle Züge ohne Restriktionen reduziert werden.“

Die Bahn hat im Vorfeld drei schalltechnische Verträglichkeitsuntersuchungen erstellt: Eine Untersuchung zu den anlagenbedingten Schallimmissionen, eine Untersuchung zu den baubedingten Schall- und Erschütterungsimmissionen und eine Untersuchung zu den betriebsbedingten Schallimmissionen. Alle kommen zu dem Ergebnis, dass die Immissionsrichtwerte eingehalten werden können. Die Bahn wird die Anwohner nach eigenen Angaben umfassend informieren und einen Ansprechpartner für Betroffene benennen.

Der Ferienausschuss beschloss einstimmig folgende Stellungnahme:

  1. Die Baustelleneinrichtungsfläche ist auf dem P+R-Parkplatz nordöstlich des Bahnhofs Haar einzurichten. Diese Fläche befindet sich in der Bauunterhaltung der Stadt Haar. Nach Beendigung der Baumaßnahme ist die Fläche wieder in einen einwandfreien Zustand zu versetzen. Hierzu ist vor Beginn der Baumaßnahme eine Beweissicherung durchzuführen und zu dokumentieren. Im Bereich der Baustelle sowie der Baustelleneinrichtungsfläche sind sämtliche Bäume entsprechend der DIN 18920 zu schützen. Wenn die Baustelleneinrichtungsfläche wie dargestellt eingerichtet wird, muss eine neue Wendemöglichkeit am östlichen Ende des Parkplatzes geschaffen werden, um den verbleibenden Parkplatz nutzen zu können.
  2. Die in der Untersuchung zu baubedingten Schall- und Erschütterungsimmissionen vorgesehenen Maßnahmen zur Reduzierung des Baulärms sind vollständig umzusetzen. Die betroffenen Anlieger sind rechtzeitig mittels Postwurfsendungen über die zu erwartenden Beeinträchtigungen durch Baulärm und Erschütterungsimmissionen zu informieren. Darüber hinaus ist die Stadtverwaltung über den Bauzeitenplan zu informieren, damit die Öffentlichkeit rechtzeitig über die Baumaßnahme zusätzlich informiert werden kann.

Und so geht es weiter nach den Sommerferien: Am 15.09. tagt der Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss, am 22.09. der Bauausschuss und am 29.09. der Stadtrat der Stadt Haar. Sitzungsbeginn ist jeweils um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Ich wünsche Ihnen weiterhin schöne Ferien und freue mich auf ein Wiedersehen bei den Sitzungen.