In Haar leben rund 1.800 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Die Stadt Haar hat für sie mit einer ersten großen Jugendversammlung einen wichtigen Schritt in Richtung aktiver Jugendbeteiligung gesetzt.
Etwa 80 von ihnen folgten der Einladung in den Bürgersaal, um ihre Anliegen direkt mit dem Ersten Bürgermeister Andreas Bukowski zu besprechen. Auch mehrere Vertreter des Stadtrates waren vor Ort. Von Beginn an war spürbar: Diese Veranstaltung war ganz bewusst auf offenen Dialog und echtes Zuhören angelegt.
Nachdem der Bürgermeister erst einmal über ein paar wichtige Themen der Stadt sprach, konnten die Jugendlichen live mitbestimmen, was in Haar gut läuft und was sie sich für die Zukunft wünschen. Sie mussten sich über eine App anmelden und konnten dort Ihre Antworten eintippen. Sie wurden dann als Wortwolken auf der Leinwand gezeigt. Die Jugendlichen äußerten sich meist sachlich und lösungsorientiert, aber natürlich durften ein paar lustig gemeinte Kommentare nicht fehlen.
Bei der Frage nach den Stärken der Stadt Haar wurden Infrastruktur, ÖPNV-Anbindung, das Vereinsleben, Freibad und das Volksfest häufig genannt – ein deutliches Zeichen für erfolgreiche kommunale Arbeit vor Ort.
Danach ging es um die Frage: Was fehlt euch noch? Die Jugendlichen wünschten sich zum Beispiel saubere und besser ausgestattete Schultoiletten, kostenloses WLAN, mehr Fahrradwege, Cafés oder Treffpunkte für Jugendliche, ein Jugendparlament und neue Freizeitangebote wie Parkour oder einen höheren Sprungturm im Freibad.
Die Veranstaltung hat gezeigt: Die junge Generation in Haar ist interessiert, konstruktiv und bereit, Verantwortung zu übernehmen – sie erwartet aber auch klare Regeln, Ordnung und Verlässlichkeit. Sie haben viele Ideen – und sie wollen mitreden. Ein Jugendparlament in Haar würde den Dialog in Haar noch mehr stärken. Anke Sitter