
Vor der Kommunalwahl tauchen sie auf: Gerüchte, die Chatgruppen oder mündlich weitergegeben werden – mit viel Emotion. Aber stimmen sie auch?
In unserem Faktencheck unterziehen wir den Gerüchten, die die Redaktion des „Haarer“ erreichen, einer kurzen Überprüfung.
Mittagsbetreuung
Gerücht: Die Mittagsbetreuung des Schulvereins gibt es zum Schuljahr 2026/2027 nicht mehr, es werden keine Kinder der 1. und 2. Klassen aufgenommen werden.
Falsch! Die Mittagsbetreuung gibt es sowohl für Kinder der Jagdfeld-Grundschule als auch der Grundschule in der St.-Konrad-Straße wie gewohnt weiterhin, und die Mittagsbetreuung nimmt auch weiterhin gerne alle Kinder auf, soweit sie freie Plätze hat.* Der Schulverein Haar e.V. leitet und organisiert die Mittagsbetreuung an beiden Haarer Grundschulen. Die Mittagsbetreuung wird Montag bis Freitag vom Unterrichtsende bis wahlweise 14:00 Uhr oder 16:00 Uhr angeboten. Die Anmeldung ist mit der Schuleinschreibung in der jeweiligen Grundschule möglich. Es sind Einzeltage ab 2 Tage buchbar, flexible Abholzeiten sind möglich. Felix Grabmeyer
*Quelle: Schulverein Haar e.V.
Steht die Stadt Haar vor dem Bankrott?
Die Aussagen vieler Haarer Kommunalpolitiker zur Haushaltslage widersprechen sich:
Die Stadt wandele finanziell am Abgrund; wenn sie so weitermache, befinde man sich und auf direktem Weg in die Zwangsverwaltung. (Peter Paul Gantzer, SPD)
Das Gerede einer drohenden Insolvenz unserer Stadt sei unbegründet und unverantwortlich. (Ulrich Leiner, Grüne; 2. Bürgermeister)
Haar bleibe handlungsfähig, entnehme zwar aus den Rücklagen, aber im Haushalt 2026 steckten stille Reserven. (Peter Schiessl, SPD)
Der Haushalt habe ein strukturelles Defizit, aber die Gewerbesteuer entwickele sich leicht positiv. Das reiche aber langfristig nicht, die Stadt brauche weitere Einnahmen.(Andreas Bukowski, CSU; 1. Bürgermeister)
Beim Blick auf die Entwicklung der Haarer Stadtfinanzen käme ihm das Bild eines schmelzenden Alpengletschers in den Sinn. (Peter Siemsen, FDP)
Was ist richtig?
Haar ist nicht bankrott. Andernfalls hätte der aktuelle Haushalt vom Landratsamt genehmigt werden müssen – denn neben dem aktuellen Jahr prüft die Kommunalaufsicht auch immer den Ausblick. Erster und zweiter Bürgermeister haben recht, wenn sie die reißerischen Aussagen dazu in der Süddeutschen Zeitung zurückweisen. Tatsächlich schwinden aber die Rücklagen, da die Einnahmen aus der Gewerbesteuer nach dem Wegzug der beiden bedeutenden Gewerbesteuerzahler MSD und Panasonic in der letzten Amtsperiode (unter Gabriele Müller, SPD) stark gesunken sind. Deswegen ist die Neuansiedlung von Gewerbe in Haar wichtig, damit der Stadt nicht mittelfristig das Geld ausgeht. Felix Grabmeyer