Mehr Betreuungsplätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf Kurze Infos aus dem Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss vom 20.10.2026

Spielendes Kind
Bild von Carole LR auf Pixabay

In der kurzen Sitzung wurde die geplante Änderung der Betriebserlaubnis der Städtischen Kindertageseinrichtung an der Ferdinand-Kobell-Straße – Die Haarer Waldkäuze beraten, aber noch nicht final beschlossen. Im November geht’s weiter.

Die Ausgangslage

In Haar fehlen seit Jahren ausreichend Betreuungsplätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf (sogenannte I-Kinder). Freie Träger können nicht alle betroffenen Kinder aufnehmen, weshalb immer mehr von ihnen in städtischen Kindertageseinrichtungen betreut werden. Besonders Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf benötigen aber kleine, reizarme Gruppen. Die vorhandenen Plätze der Heilpädagogischen Tagesstätte der Diakonie stehen für den gesamten Landkreis München zur Verfügung und reichen für Haar nicht aus. Die Folge: lange Wartezeiten oder weite Fahrten zu auswärtigen Einrichtungen, was besonders für diese Kinder belastend ist. Auch die städtischen I-Einrichtungen sind inzwischen an ihrer Belastungsgrenze.

Ursprünglicher Plan gescheitert

Die Verwaltung verfolgte deshalb die Idee, eine Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) in eigener Trägerschaft im vorschulischen Bereich zu eröffnen. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht umsetzbar. Der Bezirk Oberbayern forderte bei einer Begehung im September 2026 einen zusätzlichen Therapieraum, der aus baulichen Gründen nicht geschaffen werden kann. Zudem würde die Regierung von Oberbayern die notwendigen Umbauten nicht fördern, sodass die Stadt alle Kosten allein tragen müsste.

Neue Lösung: Umwandlung einer bestehenden Kita

Stattdessen plant die Stadt, die viergruppige Kindertageseinrichtung Ferdinand-Kobell-Straße („Haarer Waldkäuze“) zum 1. Januar 2027 umzubauen. Dort gibt es bislang altersgemischte Gruppen für Kinder vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Die Nachfrage nach diesem Konzept ist stark zurückgegangen, weshalb seit September 2025 nur noch zwei von vier Gruppenräumen genutzt werden. Die beiden freien Räume sollen künftig zwei Intensivgruppen für insgesamt 16 Kinder mit erhöhtem Förderbedarf beherbergen.

Geplante Maßnahmen und Kosten

Um eine reizarme Umgebung zu schaffen, sind folgende Baumaßnahmen vorgesehen:

  • Vergrößerung eines Nebenraums
  • ein weiterer Therapieraum
  • ein größeres Leitungsbüro
  • ein zusätzlicher Förderraum im Untergeschoss.

Die prognostizierten Kosten hierfür liegen bei rund 50.000 Euro für Umbauten plus 50.000 Euro für Schallschutz. Hinzu kommen rund 100.000 Euro für einen höheren Zaun und einen neuen Außenbereich mit Spielgeräten, der von allen Kindern gemeinsam genutzt werden kann. Die Ausstattung der beiden Intensivräume kostet je 30.000 Euro. Personell wird eine zusätzliche Fachkraft benötigt. Für die Begleitung der Kinder sind im Stellenplan jeweils zwei höher eingruppierte Stellen vorgesehen.

Das Ergebnis: Neue Betriebserlaubnis

Zum 1. Januar 2027 soll eine neue Betriebserlaubnis für einen viergruppigen Kindergarten mit 100 Plätzen für Kinder ab 2,5 Jahren (mit Ausnahmemöglichkeit ab 2 Jahren) beantragt werden. Das zugehörige pädagogische Konzept wird derzeit erarbeitet. Mit den beiden Intensivgruppen würde die Stadt Haar für 16 Kinder mit besonderem Förderbedarf wohnortnahe Betreuungsplätze schaffen. Gleichzeitig werden andere städtische Kitas entlastet, denn für jedes I-Kind, das wechselt, werden dort drei Plätze für sogenannte Regelkinder frei.

Nach umfangreicher Diskussion wurde vereinbart, im Rahmen der kommenden Sitzung des Ausschusses im November erneut über die Änderung der Betriebserlaubnis zu diskutieren und dann eine Entscheidung zu treffen.


Und so geht es weiter im Sitzungskalender: Der Stadtrat tagt am 27.10.2026 ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Schauen Sie gern vorbei!