
Wie die Blutgefäße in einem Körper die lebenswichtigen Organe versorgen, verbinden sie Menschen miteinander und sind die Grundlage für die Entwicklung und Logistik der Wirtschaft.
Seit über 15 Jahren wurden in Haar keine Straßen mehr saniert. Das sieht man am Beispiel der Leibstraße sehr gut: Ihr baulicher Zustand ist wahrlich kein Aushängeschild für die damalige Gemeinde, jetzt Stadt Haar.
Die Beschränkung auf 30 km/h müsste nicht durch Verkehrsschilder vorgeschrieben sein, sondern ergibt sich aus der sanierungsbedürftigen Fahrbahn. Die Leibstraße umweltgerecht mit dem Rad zu befahren, ist in Stoßzeiten kein Vergnügen.
Im neuen Jahr 2026 wird nun die Umgestaltung der Leibstraße in enger Abstimmung mit den Anwohnern und Geschäftsleuten verwirklicht. Es ist gelungen, allen Verkehrsteilnehmern – Autos, Radfahrern und den Fußgängern – in der Nutzung der Verkehrswege gerecht zu werden und so die Leibstraße in Zukunft nachhaltig zu beleben. Für die Geschäfte wichtige Parkmöglichkeiten konnten fast vollumfänglich erhalten werden.
Die historisch gewachsene Infrastruktur unserer Stadt muss in den kommenden Jahren ökologisch und ökonomisch sinnvoll erneuert werden. Heute wissen wir: Dabei ist Raum für Radfahrer und Fußgänger besonders wichtig. Eine kluge Verkehrsplanung kann die gefühlte Konkurrenz zwischen allen Verkehrsteilnehmern vermindern. Wir sollten die Gelegenheit nutzen, Straßen und Plätze barrierefrei zu gestalten, damit man sie auch mit Kinderwagen, Gehwagen oder Rollstuhl nutzen kann. Die Stadt muss den Menschen zuhören, ihre Bedürfnisse verstehen und diese in den technischen Planungen umsetzen.
Unsere Gemeindestraßen münden in Bundes- und Staatsstraßen und beeinflussen sich gegenseitig im Verkehrsfluss. Sinnvoll geplante Ampelschaltungen sind nur eine Möglichkeit, den Rückstau in unsere kommunalen Straßen während des Berufsverkehrs zu minimieren. Straßenlärm kann man zudem mit moderner Straßenbautechnik wesentlich reduzieren, zum Beispiel mit lärmoptimiertem Asphalt.
Auch bei Infrastrukturmaßnahmen können wir auf Kreislaufwirtschaft setzen: Intelligente Planung ermöglicht es, die eingebauten Straßenbaustoffe wieder zu verwenden. Unsere Verkehrsflächen bedürfen eines ständigen Unterhalts, um die Substanz nicht zu schädigen. So vermeiden wir kostspielige, zeitaufwändige und grundhafte Erneuerungen, die wir als Bürger mit unseren Steuern bezahlen würden. Damit nicht alles gleichzeitig saniert werden muss, müssen wir dieses Thema in der nächsten Amtsperiode des Stadtrats anpacken! Andreas Gründl