In der Sitzung wurden unter anderem neue Abstellflächen für E-Scooter und die Planung der energetischen Sanierung dreier Wohnhäuser der Stadt Haar an der Vaterstettener Straße vorgestellt.
Im Bericht des Bürgermeisters stellte ich zwölf neue Abstellflächen für E-Scooter vor. Im November 2025 hatte ich hier bereits über diese Stationen berichtet (siehe Bericht: Stadtrat beschließt mit großer Mehrheit Haushalt 2026) und damals die ersten 15 Abstellflächen in Haar vorgestellt. Im Radius von rund 100 Metern rund um die nun 27 Abstellflächen können die Nutzer der E-Scooter diese ausschließlich dort abstellen. Die neuen Flächen verhindern so an noch mehr Orten in der Stadt das wilde Abstellen. Dies hat bereits in der Vergangenheit positive Effekte auf das Ortsbild gehabt. In einer dritten Phase wird die Verwaltung die Einrichtung von neun weiteren Abstellflächen prüfen. Dies wird noch ein wenig dauern, da sich einige Standorte entweder auf Privatgrund befinden oder zuvor größere bauliche Veränderungen nötig sind.
Die neuen, verpflichtend zu benutzenden Abstell-Stationen im Überblick:
| Anneliese-Kupper-Allee | Eingangsbereich Parkanlage |
| Städtische Kita Wolpertinger | Neithardtstraße 6 |
| Max-Isserlin-Straße | Einmündung Am Handwerkerhof / B471 |
| Rondellstraße | Im Rondell |
| Festwiese 1 | Bushaltestelle „Leibstraße“ an der B304 |
| Festwiese 2 | gegenüber Franz-Schubert-Straße 10 |
| Jagdfeldzentrum | gegenüber Am See 10 |
| Rathaus | Nördlich des Rathauses Haus D |
| Parkwildnis | gegenüber Gronsdorfer Straße 6 |
| Hans-Pinsel-Straße | Einmündung Hans-Pinsel-Straße / B304 |
| Bolzplatz | gegenüber Keferloher Straße 8 |
| Heisenbergweg | Am Spielplatz „Heisenbergweg“ |
Sanierungsplanung kommt voran
Die Stadt Haar wird die drei eigenen Mehrfamilienhäuser in der Vaterstettener Straße 15-19 umfassend energetisch sanieren und die Bäder erneuern. Die Abteilung Bautechnik stellte in der Sitzung die weiteren Schritte der Sanierung vor.
So ist der Stand bei der Badsanierung: Die Baumeisterarbeiten sowie die Sanitär- und Elektroarbeiten wurden im Juli durch den Bauausschuss vergeben und begannen im September. Die Fertigstellung in zwei der drei Häuser erfolgt bis November. Mit dem dritten Haus wird erst im April 2027 begonnen, da eine schadstoffbelastete Trennlage im Estrich besonderen Aufwand mit sich bringt. Die Mieter bekommen in der Zeit ein Ausweichquartier.
So geht es mit der energetischen Sanierung weiter: Diese soll im Mai 2027 beginnen, in der Sitzung wurde die Entwurfsplanung vorgestellt (Details zu diesem Tagesordnungspunkt finden Sie hier im Ratsinformationssystem der Stadt Haar). Die Gesamtkosten für die Badsanierung werden nach aktuellem Stand auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt, für die energetische Sanierung werden Kosten von rund 2,9 Millionen Euro erwartet. Der Bauausschuss empfahl bei einer Gegenstimme dem Stadtrat, die Planung für die energetische Sanierung freizugeben und weitere Ausgaben im Haushalt 2027 vorzusehen.
Zwei Bebauungspläne, keine Gegenstimme
- Im Verfahren des Bebauungsplans Nr. 210 „Gewerbegebiet an der Hans-Pinsel-Straße und in Teilbereichen an der Hans-Stießberger-Straße“ stand die ergänzende Würdigung der Stellungnahme des Landratsamtes München, Sachgebiet Bauen, auf der Tagesordnung. Diese war bei der vorangegangenen Beratung im Ausschuss aufgrund eines technischen Versehens bei der Dokumentenablage der Verwaltung nicht gewürdigt worden. Der Bauausschuss billigte den Bebauungsplanentwurf nun unter Berücksichtigung der Würdigung sowie der Würdigungsbeschlüsse vom 22.09.2026 und gab diesen in der vorliegenden Fassung zur erneuten Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit frei (einstimmig).
- Im Verfahren des Bebauungsplans Nr. 211 „Östlich der Robert-Koch-Straße, nördlich der Friedrich-Ebert-Straße, westlich der Leibstraße und südlich des Bahnhofsplatzes“ wurden im Anschluss die Stellungnahmen im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden behandelt. Seitens der Öffentlichkeit waren keine Stellungnahmen eingegangen. Die Stellungnahmen von insgesamt 20 Trägern öffentlicher Belange wurden zur Kenntnis genommen. Ebenfalls einstimmig billigte der Bauausschuss dann den Bebauungsplanentwurf in der Fassung vom 13.10.2026 und gab ihn für die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange frei.
Neue Erschließungsbeitragssatzung
Wir bleiben im Baurecht: Aufgrund geänderter Rechtsgrundlage muss die Stadt Haar, um rechtssicher Erschließungsbeiträge erheben zu können, ihre Erschließungsbeitragssatzung neu erlassen. Die aktuell gültige Satzung wurde 1988 beschlossen. Im Vorfeld der Sitzung hatte das Bauamt den Entwurf der neuen Erschließungsbeitragssatzung der Rechtsaufsicht im Landratsamt München zur Prüfung vorgelegt. Das Landratsamt äußerte keine Bedenken. Bei einer Gegenstimme empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, die alte Satzung aufzuheben, die neue Satzung zu beschließen und in Kraft zu setzen.
Was ist eine Erschließungssatzung?
Bei neuen Baugebieten muss die Stadt Infrastruktur schaffen (Straßen, Beleuchtung, ggf. Grünanlagen). Die Erschließungssatzung erlaubt es ihr, diese Kosten als Erschließungsbeiträge auf die Eigentümer der angeschlossenen Grundstücke umzulegen. Betroffen sind Grundstückseigentümer, deren Grundstück durch eine neue Anlage erschlossen wird. Die Beitragspflicht entsteht automatisch, sobald die Anlage fertiggestellt ist und alle Rechnungen vorliegen. Die Stadt muss mindestens 90 % der Kosten über Beiträge decken; die Pflicht erlischt spätestens 20–25 Jahre nach Fertigstellung. Bei Härtefällen sind Ratenzahlung, Stundung oder Erlass möglich.
Der letzte Tagesordnungspunkt des öffentlichen Teils der Sitzung behandelte eine isolierte Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 65 bzw. 124. Auf dem Grundstück an der Max-Planck-Straße 19 soll an einem Haus ein marodes Holz-Eingangsvordach durch ein neues Stahl-Glas-Eingangsdach ersetzt werden. Der Bauausschuss stellte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen her – unter der Voraussetzung, dass die Ausführung der Überdachung gemäß dem Bebauungsplan angepasst wird.
So geht es weiter im Sitzungskalender: Am Dienstag, 27. Oktober, tagt der Stadtrat um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Kommen Sie gern vorbei!