
Gegen die Stimmen der Mitglieder der Fraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen empfahl der Bauausschuss dem Stadtrat, das baurechtliche Einvernehmen für den Neubau von 29 Wohnungen an der Johann-Strauß-Straße zu erteilen.
29 neue Wohnungen an der Johann-Strauss-Straße
Die Baugesellschaft München-Land GmbH stellte dem Ausschuss ihre Pläne für die Bebauung des städtischen Grundstücks an der Johann-Strauß-Straße 1-5 vor. Dort sollen, so hatte es der der Stadtrat am 25.11.2025 einstimmig beschlossen, vorbehaltlich der Bebaubarkeit, 29 Wohnungen errichtet werden. Die Stadt Haar baut entweder selbst oder verpachtet das Grundstück an die BML und erhält im Gegenzug das alleinige Belegungsrecht für die Wohnungen, deren Mietpreis auf ca. 14 Euro pro Quadratmeter festgelegt wird (Steigerung von 6 Prozent alle drei Jahre).
Vorgesehen sind aktuell:
- 4 Vier-Zimmer-Wohnungen
- 9 Drei-Zimmer-Wohnungen
- 15 Zwei-Zimmer-Wohnungen
- 1 Ein-Zimmerwohnung
Die Größen der Wohnungen liegen zwischen 47 und 88 Quadratmeter. Die gesamte Wohnfläche des zweistöckigen Wohnkomplexes mit einer Firsthöhe von 10,8 Meter liegt bei 1.712,9 Quadratmeter. Geplant ist eine Tiefgarage mit 12 Stellplätzen, drei Stellplätze liegen oberirdisch. Für Fahrräder sollen 62 Stellplätze zur Verfügung stehen, zudem ist auf dem Grundstück ein Kinderspielplatz mit 105 Quadratmeter geplant.
Vor der Abstimmung, die eine Mehrheit für die Empfehlung an den Stadtrat, dem Projekt zuzustimmen, ergab, diskutierten die Stadträte kurz die Idee, ob man das Gebäude aufstocken oder vergrößern kann. Durch dann drei Geschosse würden zwar mehr Wohnungen entstehen, sich aber auch die Firsthöhe auf 13,55 Meter erhöhen. Zudem müsste man dann auch die Vereinbarkeit mit dem bestehenden Bebauungsplanentwurf und die Frage, inwieweit sich ein so hohes Gebäude in das Stadtviertel einfügen kann, diskutieren. Mit der Aufstockung würde zudem eine Vergrößerung der Tiefgarage notwendig mit dem Ergebnis, dass auf dem Grundstück nahezu alle vorhandenen Bäume gefällt werden müssten.
Meine Meinung: Der im Juli 2025 erstmals dem Stadtrat präsentierte Vorschlag der Baugesellschaft München-Land ist realistisch, in sich schlüssig und finanziell für alle Beteiligten machbar. Jetzt ist es an der Zeit, die jahrelange Diskussion abzuschließen und sich für den Bau von 29 Wohnungen zu günstigen Mietkonditionen, für die die Stadt das alleinige Belegungsrecht hat, auszusprechen.
Alttextilien werden im Wertstoffhof gesammelt
Zuvor berichtete ich über Neuigkeiten zur Sammlung von Alttextilien in der Stadt Haar. 2019 hat die Gemeinde Haar die Sammlung von Alttextilien unter besonderer Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte ausgeschrieben und einen Vertrag mit der Diakonia geschlossen. Mit Schreiben vom 14.04.2025 beantragte die Diakonia die Aussetzung der Pachtzahlungen aufgrund der schwierigen Marktlage. Am 29.04.2025 beschloss der Stadtrat die Aussetzung der Pacht in voller Jahreshöhe für das Jahr 2025. Mit Schreiben vom 19.12.2025 nahm die Diakonia von ihrem vertraglich vereinbarten Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Für 2026 gilt nun eine Übergangsvereinbarung: Die Stadt Haar zahlt monatlich 625,-€ für die Abholung und Verwertung aller Alttextilien vom Wertstoffhof (in Summe 7.500 Euro pro Jahr). Die Sammelcontainer im Stadtgebiet werden in der letzten Januarwoche abgeholt; ab diesem Zeitpunkt gibt es allein die zentrale Sammlung am Wertstoffhof.
Infos zur Diakonia: Die Diakonia ist eine Gemeinnützige GmbH des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks der inneren Mission München – ein sozialer Integrations- und Beschäftigungsbetrieb für Menschen in schwierigen Lebenslagen oder mit anderen Beeinträchtigungen. Sie hat mehrere Unternehmenszweige, unter anderem Second-Hand Sammlung, Sortierung Verkauf, Kita-Bewirtung, Malerfachbetrieb, Toner-Recycling, Kleiderkammern und Flüchtlingshilfe. Die Diakonia gehört dem Dachverband FairWertung e.V. an. Die Sortierung der Kleidung erfolgt im eigenen Haus am Stahlgruberring 8. Die Kleidung wird an sieben eigene Secondhand-Geschäfte und drei Kleiderkammern weitergegeben. Unbrauchbare Textilien gehen an Partnerunternehmen aus dem Dachverband der FairWertung e.V.
Drei Fragen der Stadträtinnen und Stadträte
Danach wurden eingereichte Fragen der Stadträte beantwortet.
1. Stadtrat Prof. Dr. Gantzer bat um Prüfung, wie es sein könne, dass auf dem Grundstück Zunftstraße/Rondellstraße alle Bäume gefällt wurden.
Antwort: Für das Grundstück Zunftstraße 22 wurde am 21.05.2025 die bauaufsichtliche Genehmigung für den Neubau von sechs Doppelhäusern, vier Carports und einer Tiefgarage erteilt. Insbesondere wegen der Tiefgarage war eine fast vollständige Baufeldfreimachung erforderlich. Fünf Bäume an der südlichen Grundstücksgrenze können erhalten werden. Das Umweltamt der Stadt Haar war am 09.12.2025 vor Ort und konnte feststellen, dass die Bäume entsprechend des genehmigten Freiflächenplans erhalten und vor der Baumaßnahme ausreichend geschützt werden. Insgesamt werden auf dem Grundstück 17 Bäume gefällt, 15 davon sind auf Grund ihres Stammumfangs durch die Baumschutzverordnung geschützt. Die Ersatzpflanzungen erfolgen entsprechend der Festsetzungen des Bebauungsplans Nr. 209.
2. Stadträtin Stießberger fragt nach, wann die Geschwindigkeitsanzeiger in der Unteren Parkstraße aufgestellt werden.
Antwort: Dies wird nach Genehmigung des Haushaltsplans 2026 erfolgen.
3. Stadtrat Dr. Ulrich Leiner bat um Mitteilung des Sachstands bezüglich der Rückbauverpflichtung für das Bauvorhaben Stadlerstraße 8 a.
Antwort: Durch die Feiertage gab es noch keine Rückmeldung der Bauaufsicht. Im Bauausschuss am 03.02.2026 wird darüber berichtet werden.
Der weitere Sitzungskalender im Januar: Der Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss tagt am 20. Januar, der Stadtrat kommt am 27. Januar zusammen. Jeweils um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Ich freue mich auf Ihren Besuch!