Pläne für Neubau an der Leibstraße 40 kommen gut an Kurze Infos aus der Sitzung des Bauausschusses vom 22.09.2026

C: Sebastian Ganso, Pixabay
Der Wertstoffhof soll eine PV-Anlage bekommen. C: Sebastian Ganso, Pixabay

Mit einer gut gefüllten Agenda nahm der Ausschuss nach der Sommerpause seine Arbeit wieder auf. Unter anderem ging es um ein Bauvorhaben an der Leibstraße und eine Photovoltaikanlage auf dem Wertstoffhof.

Im Bericht des Bürgermeisters stellte ich vier Themen vor:

Tiefgaragenüberdachungen im Jugendstilpark kommen weg

Zur Anfrage von Herrn Stadtrat Dörr bezüglich der provisorischen Tiefgaragenüberdachungen der Tiefgarage auf der Wiese im Jugendstilpark (GTG8) – konkret, wann diese endlich wegkommen: Im August hat die zuständige Sachbearbeiterin der Firma Quarterback Immobilien mitgeteilt, dass die Provisorien spätestens im Oktober abgebaut werden. Die noch andauernden Mangelbeseitigungsarbeiten in der Tiefgarage sollten bis dahin abgeschlossen und eine Überdachung dann nicht mehr erforderlich sein. Das Bauamt behält das Thema im Auge.

Baumfällung an der Konradstraße angekündigt

Im Zuge der Verlegung der Fernwärmeleitung in der Bahnhofstraße zur Konradstraße muss eine Winterlinde gefällt werden. Eine alternative Routenführung hätte die beiden benachbarten Bäume, die in besserem Zustand sind, gefährdet. Die nun zu fällende Winterlinde wurde aufgrund ihres schlechten Zustands 2025 aus Gründen der Verkehrssicherung massiv eingekürzt. Damals wurde zwischen einer sofortigen Fällung und einem weiteren Versuch, den Baum zu vitalisieren, abgewogen. Der Austrieb des Baumes hat 2026 zwar punktuell stattgefunden, aber nicht ansatzweise in ausreichendem Maß. Dies wurde zuletzt am 25. August von der Baumkontrolle der Stadt Haar im Rahmen eines Ortstermins bestätigt. Da es sich bei Krone und Wurzelwerk um ein geschlossenes System handelt, ist mit einem massiven Wurzelverlust zu rechnen, da die verbleibende Blattmasse die Wurzeln nicht mehr versorgen kann. Eine Ersatzpflanzung ist nicht vorgesehen. Mit der Fällung verfügt der Weg zur Kirche mit links und rechts jeweils zwei großen Bäumen über ein symmetrisches Erscheinungsbild. Eine Pflanzung auf die Fernwärmeleitung ist weder fachlich noch juristisch sinnvoll.

Hecken- und Baumzuschnitt beim Rossmann

Stadträtin Gerlinde Stießberger hatte in der vergangenen Sitzung darum gebeten, Hecken und Bäume am Rossmann-Drogeriemarkt zurückzuschneiden, damit die Einfahrt besser zu erkennen ist. Zudem sollte geprüft werden, ob noch besser erkennbare Hinweisschilder angebracht werden können. Darüber hinaus bat sie darum, die Baucontainer auf dem Besucherparkplatz zu beseitigen, um wieder mehr freien Parkraum zu schaffen. Die Antwort der Verwaltung: Die Baucontainer werden für die laufenden Umbauarbeiten im Gebäude noch benötigt. Die Aufgabe des Rückschnitts des Straßenbegleitgrüns wurde an den Bauhof weitergegeben und erledigt.

Mehr Hinweisschilder für die Leibstraße

Stadtrat Ulrich Leiner bat darum, mit entsprechenden Hinweisschildern besser noch auf die Möglichkeit zur Zufahrt zu den Geschäften in der Leibstraße hinzuweisen. Die Antwort der Verwaltung: In der ersten Augustwoche wurden zwei Bauzäune mit Bauzaunbanner (im Baufeld Nord & Süd), ein Bauzaun-Dreieck mit drei Bauzaunbannern auf der Festwiese und ein Bauzaun-Dreieck mit drei Bauzaunbannern auf der Finckwiese aufgestellt sowie ein Banner zwischen den südlichsten Bäumen in der Leibstraße aufgespannt. Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen wurde Folgendes umgesetzt: beidseitiger Brückenbanner über B304, Hinweisbanner auf Zaun von Beamtenwohnheim Wasserburger Landstraße/Ecke Leibstraße und drei Dreieckständer in der Leibstraße.

Neubaupläne an der Leibstraße 40 kommen gut an

In der Juli-Sitzung des Stadtrats hatten die Eigentümer des Gebäudes an der Leibstraße 40/Ecke Parkstraße erstmals den Stadträtinnen und Stadträten die Planungen für einen Ersatzneubau vorgestellt. Der Stadtrat verwies das Thema zur weiteren Beratung in den Bauausschuss. Wie damals berichtet (Bürgerhaus wird 2028 umfassend saniert), soll an der Leibstraße 40 auch künftig ein Wohn- und Geschäftsgebäude stehen. Im Erdgeschoss ist eine gewerbliche Nutzung mit Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen. In den Obergeschossen sollen 16 Wohnungen entstehen. Die Bauherrin hatte die Planungen zwischenzeitlich weiter präzisiert und fortentwickelt. Insbesondere lag nun ein detaillierter Freiflächenplan vor, der die Ausgestaltung und Ausrichtung der Erdgeschossnutzungen zur Leibstraße hin darstellt. Dabei wurden auch die Planungen der Stadt Haar zur Neugestaltung der Leibstraße berücksichtigt.

Zur Umsetzung des Vorhabens und zur Schaffung des Baurechts muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Gleichzeitig wird ein Durchführungsvertrag die Übernahme der Kosten, die der Stadt Haar durch das Vorhaben entstehen, regeln.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich fraktionsübergreifend angetan von den Plänen und stimmten allesamt den fortgeschriebenen Vorhabenplänen unter Berücksichtigung der städtebaulichen Stellungnahme des Büros Stadt-Raum-Planung grundsätzlich zu. Die Verwaltung wird nun den Aufstellungsbeschluss zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und den Durchführungsvertrag vorbereiten und beides dem Stadtrat (ohne weitere Vorberatung im Bauausschuss) zur Entscheidung vorlegen.

Tagesordnungspunkt Gewerbegebiet „Finckwiese“ abgesetzt

Der Tagesordnungspunkt zur Freigabe des Bebauungsplanentwurfs Nr. 213 „Gewerbegebiet südlich der Wasserburger Straße/östlich der Grasbrunner Straße“ für die weiteren Verfahrensschritte wurde kurzfristig abgesetzt und auf eine kommende Sitzung vertagt: Es gibt hinsichtlich der Umsetzung des vorgesehenen Einzelhandelskonzepts und der Lage der Ausgleichsflächen noch weiteren Klärungsbedarf.

Umbau der Auzingerstraße/Roseggerstraße nimmt Form an

Nachdem der Gesamtzustand der beiden Straßen sehr schlecht ist – die Fahrbahn weist viele Unebenheiten und Risse auf, die Bordsteine sind vielerorts defekt und

die Straßenentwässerung entspricht nicht mehr heutigen Standards – hat der Stadtrat in den Haushalt des Jahres 2026 Mittel in Höhe von 575.000 Euro für die grundlegende Sanierung und Umgestaltung eingestellt. In der Sitzung stellte das von der Abteilung Bautechnik mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro planum+ Varianten vor, wie man das Vorhaben gestalten könnte.

Die Auzinger- und Roseggerstraße haben gemeinsam eine Länge von rund 500 Meter. Momentan gibt es dort einen beidseitigen Gehweg mit je einem Meter Breite und eine sechs Meter breite Fahrbahn. In der Roseggerstraße gibt es zusätzlich zwei Fahrbahnerhöhungen, die zur Geschwindigkeitsreduzierung eingebaut wurden, die aber nicht mehr zeitgemäß sind.

Zustimmung fand die Variante, die einen verkehrsberuhigten Bereich ohne Gehwege auf beiden Seiten vorsieht. Die durchgängige Fahrbahnbreite soll auf 5,0 Meter reduziert werden. Vorgesehen sind außerdem 35 wechselseitig angelegte Parkstände, sieben Bäume sowie jeweils 0,5 Meter breite Schutzstreifen an den Fahrbahnrändern. An den Einmündungsbereichen zur Defregger-, Brand- und Waldluststraße sieht die Variante außerdem farblich sich abhebende Pflasterflächen als Aufmerksamkeitsfelder (ähnlich wie auf der Friedrich-Ebert-Straße) vor. Die Parkstände sollen vorzugsweise mit Rasenfugenpflaster gebaut werden. Die Kosten hierfür betragen rund 1,26 Millionen Euro, durch Veränderung der verbauten Materialien sind noch Einsparungen möglich. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat bei einer Gegenstimme, die Variante 3 weiterzuverfolgen und die zusätzlich benötigten Finanzmittel bereitzustellen. Zudem wird es noch dieses Jahr eine Beteiligung der Anwohner am Verfahren geben.

Digitalisierung des Flächennutzungsplans vor dem Abschluss

Ohne längere Diskussion würdigte der Ausschuss dann die eingegangenen Stellungnahmen im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden gemäß §§ 3 Abs. 2, 4 Abs. 2 BauGB der 40. Flächennutzungsplanänderung „Digitalisierung des Flächennutzungsplans“ (zuletzt in der Märzsitzung des Bauausschusses behandelt – siehe Bericht von der Sitzung: Geplante Photovoltaik-Anlage am Höglweg nimmt nächsten Schritt). Bei einer Gegenstimme empfahlen die Mitglieder des Bauausschusses dem Stadtrat, den Feststellungsbeschluss zu treffen.

Bebauungsplan Nr. 210 und Regionalplan München nehmen nächste Schritte

Ebenso rasch befanden die Stadträtinnen und Stadträte über den Bebauungsplan Nr. 210 „Gewerbegebiet an der Hans-Pinsel-Straße und in Teilbereichen der Hans-Stießberger-Straße“ und die 27. Änderung des Regionalplans.

Beim Gewerbegebiet würdigte der Ausschuss die nach der erneuten Veröffentlichung beziehungsweise der erneuten Einholung der Stellungnahmen nach § 4a Abs. 2 BauGB eingegangenen Anmerkungen (nachzulesen hier: Sitzung – Rats- und Bürgerinfosystem). Der Bebauungsplan wurde für die erneute, eingeschränkte Behördenbeteiligung freigegeben (einstimmig).

Im Rahmen der 27. Änderung des Regionalplans München stand eine Teiländerung des Kapitels B II Siedlung und Freiraum und des Kapitels B III an. Die Stadt wurde im Beteiligungsverfahren gehört.

Ziel der Fortschreibung ist, in zwei Teilräumen der Region München bestehende Festlegungen an neue regionale Entwicklungsvorstellungen anzupassen und zu ergänzen. Die Förderung des Ausbaus des Hochtechnologieclusters Luft- und Raumfahrt in den Gemeinden Ottobrunn und Taufkirchen sowie die Erweiterung des Regionalen Grünzuges Nr. 9 Isartal im Gebiet der Stadt Moosburg a. d. Isar sind geplant. Die zugehörigen Verfahrensunterlagen der 27. Änderung sind im Internet eingestellt und können hier heruntergeladen werden:

https://www.region-muenchen.com/verfahren

https://www.regierung.oberbayern.bayern.de/service/raumordnung_landes_regionalplanung/regionalplanung/muenchen/index.html

Nachdem keine Belange der Stadt Haar betroffen waren, erging der einstimmige Beschluss, keine Einwendungen zu erheben.

Wertstoffhof soll PV-Anlage bekommen

Auf dem Dach der Containerhalle des Wertstoffhofs Haar soll eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Eine Machbarkeitsstudie der admi Kommunal GmbH kam zu dem Ergebnis, dass die baulichen und technischen Voraussetzungen gegeben sind. Vorgesehen ist eine Anlage mit 24,9 kWp Leistung. Die Begrenzung auf knapp unter 25 kWp wird aus netztechnischen Gründen empfohlen, da darüber zusätzliche Anforderungen wie ein Rundsteuerempfänger erforderlich wären. Eine Anschlusszusage von Bayernwerk liegt bereits vor. Der Solarstrom soll zunächst am Wertstoffhof selbst genutzt werden; Überschüsse werden ins öffentliche Netz eingespeist.

Die Anlage soll ohne Batteriespeicher errichtet werden. Erwartet wird eine jährliche Stromproduktion von rund 28.358 kWh. Der derzeitige Verbrauch des Wertstoffhofs liegt bei etwa 11.000 kWh. Die Investitionskosten liegen bei rund 35.700 Euro, die prognostizierte Gesamteinsparung bei rund 59.100 Euro. Ohne Förderung beträgt die rechnerische Amortisationszeit etwa zehn Jahre. Ein in Aussicht gestellter Zuschuss von 20.000 Euro aus dem Ökostrom-Fonds der Stadtwerke könnte die Amortisationszeit auf rund 4,4 Jahre verkürzen.

Ein Batteriespeicher wurde ebenfalls untersucht, aber aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht empfohlen. Er würde die Investition um rund 14.700 Euro erhöhen, die Eigenverbrauchsquote aber lediglich von 25 auf 34 Prozent steigern. Da der Stromverbrauch überwiegend während der Öffnungszeiten und damit tagsüber anfällt und die PV-Anlage deutlich mehr Strom erzeugt als der Standort benötigt, bietet ein Speicher nur einen begrenzten zusätzlichen Nutzen. Daher wird empfohlen, die Anlage zunächst ohne Batteriespeicher zu realisieren.

Der Bauausschuss folgte dem Vorschlag und empfahl dem Stadtrat einstimmig, die weiteren Schritte einzuleiten und die Ausführung zu beauftragen sowie die erforderlichen Mittel in die Haushaltsplanung 2027 einzustellen.


Und so geht es weiter mit den Sitzungen der Stadträte und Stadträtinnen: Am Dienstag, 29. September tagt der Stadtrat ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.