
Zuvor beraten im Bauausschuss, hat der Stadtrat in seiner Oktobersitzung die grundlegende energetische Sanierung drei städtischer Mehrfamilienhäuser beschlossen.
Detailfragen zur PV-Anlage am Wertstoffhof
Im Bericht des Bürgermeisters gab ich die Antwort auf zwei Fragen zur geplanten Photovoltaik-Anlage am Wertstoffhof (siehe Bericht: Pläne für Neubau an der Leibstraße 40 kommen gut an und Stadtrat stärkt Finanzierung des Betreuungsangebots für Kinder):
Frage: Sollte die Anlage vom Netzbetreiber abgeregelt werden, um eine Netzüberlastung zu verhindern, kann dann trotzdem Strom erzeugt und am Wertstoffhof verbraucht werden?
Antwort: Ja. Erst ab 25 kWp kann der Netzversorger eine Anlage drosseln. Bei der geplanten Anlage muss die dafür notwendige Fernwirktechnik aber nicht verbaut werden. Ein externes Abriegeln ist damit weder rechtlich erforderlich noch technisch möglich.
Frage: Kann die Anlage im Katastrophenfall (bei Netzausfall) trotzdem Strom produzieren? Wie wäre das technisch lösbar und könnte man diese Option in die Ausschreibung aufnehmen?
Antwort: Ja, das kann der Planer im Leistungsverzeichnis vorgeben. Es sollte dabei aber immer klar sein, dass eine Schwarzstartanlage kein Notstromaggregat ersetzt, sondern, wenn überhaupt ergänzt. (Eine Schwarzstartanlage hilft dabei, den stufenweisen Wiederaufbau eines Stromnetzes zu ermöglichen, das Notstromaggregat versorgt ausgewählte Verbraucher)
Neue Preisliste für das Bürgerhaus und den Haarer Anger
Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Rat eine neue Preisliste für das Bürgerhaus Haar und den Haarer Anger. Grund sind gestiegene allgemeine Kosten sowie höhere Preise bei einzelnen Leistungen. Grundsätzlich erhöht die Stadt alle Preise um 3,5 %, um die allgemeine Preisentwicklung auszugleichen. Das betrifft sowohl den Tarif für kommerzielle Vermietungen als auch den Tarif für örtliche Vereine und Institutionen. Bei einigen Positionen steigen die Preise stärker, weil hier die tatsächlichen Kosten deutlich zugenommen haben:
- Vereinsräume für kommerzielle Nutzer: 50 € auf 70 € pro Tag (netto). Vereine nutzen die Räume weiterhin kostenfrei.
- Gesonderte Anpassungen bei Kühlung der Saalschänke, Nutzung des Digital-Pianos und der Vorbühne.
- Die Preise für die Hussen steigen, weil das Reinigungsunternehmen seine Preise erhöht hat. Berücksichtigt wurden auch Liefer- und Anfahrtskosten.
Die gute Nachricht für örtliche Vereine: Strom, Stromverteiler und Biertischgarnituren auf dem Haarer Anger werden für sie künftig kostenfrei bereitgestellt – als Entlastung für das ehrenamtliche Engagement. Kommerzielle Nutzer zahlen weiterhin dafür, hier steigt der Preis um 3,5 %.
Mein Fazit: Vereine werden weiterhin moderat behandelt, während bei kommerziellen Nutzungen gezielt an die tatsächlichen Kosten angepasst wurde.
Energetische Sanierung kommt
Die Stadt Haar saniert die drei Mehrfamilienhäuser Vaterstettener Straße 15-19 umfassend – sowohl die Bäder als auch energetisch. Der Bauausschuss hat in seiner vorberatenden Funktion dem Stadtrat empfohlen, hier zuzustimmen (siehe mein Bericht: Abstellflächen für E-Scooter und Sanierungspläne)
Badsanierung: In den Häusern 15 und 17 laufen die Arbeiten bereits, Fertigstellung ist bis Ende November 2026 geplant – im bewohnten Zustand, mit Sanitärcontainern für die Mieter. Da die Wasserleitungen stark korrodiert waren, werden alle Leitungen erneuert. Haus 19 folgt ab April 2027; wegen asbesthaltiger Beläge müssen die Mieter dort für rund zwei Wochen in Ausweichquartiere umziehen.
Energetische Sanierung: Ab Mai 2027 wird zusätzlich energetisch saniert. Geplant sind eine neue, wartungsarme Holzfassade, der Austausch aller Fenster (3-fach verglast) und Haustüren, neue Dachdämmung mit Dachziegeln, gedämmte Dachgauben, gedämmte Kellerdecken sowie eine komplett neue Heizungstechnik: Jedes Haus erhält eine eigene Luft-Wasser-Wärmepumpe mit zugehöriger Photovoltaikanlage und Batteriespeicher. Damit sinken Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß der Gebäude deutlich, und die Wohnungen werden für viele Jahre modernisiert.
Die Kosten: Die energetische Sanierung allein kostet rund 2,915 Mio. Euro brutto – davon 1,915 Mio. Euro für Fassade, Fenster, Dach und Keller, 525.000 Euro für Heizung und Photovoltaik, sowie 330.000 Euro Planungskosten plus Reserve. Zusammen mit der Badsanierung (1,375 Mio. Euro) ergeben sich Gesamtkosten von 4,29 Mio. Euro. Die Stadt rechnet mit Fördermitteln von etwa 380.000 Euro. Da im Haushalt bislang nur 3 Mio. Euro eingeplant waren, entsteht ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von 1,29 Mio. Euro, der zusammen mit den erwarteten Fördereinnahmen in die Haushaltsplanung 2027 aufgenommen werden soll.
Der Stadtrat nahm bei zwei Gegenstimmen den aktuellen Sachstand zur Sanierung der Mehrfamilienhäuser in der Vaterstettener Straße 15–19 zur Kenntnis und gab die Planung für die energetische Sanierung zur Ausführung frei. Die Verwaltung wurde beauftragt, für die energetische Sanierung die Planungsphasen 5-8 bei den Planungsbüros abzurufen, die Planung fortzuführen, die Fördermittel zu beantragen und in der Haushaltsplanung für 2027 weitere Ausgaben in Höhe von 1.290.000 € sowie die erwarteten Einnahmen in Höhe von 380.000 € für das Projekt einzustellen.
Mein Fazit: Mit diesem Millioneninvestment sichern wir für unsere Mieterinnen und Mietern langfristig moderne, energieeffiziente und werterhaltene Wohnungen.
Neue Erschließungssatzung, Sitzungskalender steht
Des Weiteren wurde im Rat bei einer Gegenstimme eine neue Erschließungssatzung verabschiedet (Was ist das? Finden Sie hier: Abstellflächen für E-Scooter und Sanierungspläne und die neue Satzung dann hier (TOP 6): Sitzung – Rats- und Bürgerinfosystem) sowie der Sitzungskalender für das kommende Jahr festgelegt (einstimmig). Die Termine finden Sie in wenigen Tagen dann hier: Kalender – Rats- und Bürgerinfosystem
Der Sitzungskalender im November: Am 10.11. tagt der Bauausschuss, am 17.11. der Haupt-, Umwelt- und Werkausschuss und am 24.11. der Stadtrat. Wie immer an einem Dienstag, 19 Uhr, im Sitzungssaal im Rathaus. Ich freue mich auf Ihren Besuch!